Ernährung

Die Problematik der Hundefutterindustrie

Es leben ungefähr 1,35 Millionen Katzen und 500‘000 Hunde in der Schweiz. Der Markt für Tierfutter ist enorm und wir alle wollen nur das Beste für unsere Tiere. Der natürliche Eiweisslieferant des Hundes ist Fleisch. Auch die heute gezüchteten Hunde stammen alle vom Wolf ab. Die ausgewogene Ernährung des Hundes enthält eine hochwertige Mischung aus Muskelfleisch und Innereinen, moderate Mengen an rohem und gekochtem Gemüse und Obst, sowie Kräutern und Beeren. Eiweiss hat einen hohen Sättigungswert und liefert die geringste Menge an verwertbaren Kalorien. Wichtig ist die Qualität der Eiweissquelle, die in vielen industriellen Futtermitteln aus Fleischnebenerzeugnissen und Getreide besteht. Hierzu zählen häufig zum Beispiel Haut, Hufe, Federn, Magen, Darm, Lunge, Sehnen, Knochen, Blut und Tiermehl. Oft bestehen Fischnebenerzeugnisse aus Fischinnereien, Flossen, Köpfen und Gräten.

Beim Futter sollten wir auf den Begriff Fleisch achten, da dieser nur für reines Fleisch ohne Nebenerzeugnisse verwendet werden darf. Dasselbe gilt für Fisch. Aber bitte folgendes beachten: Man kann auf beinahe jeder Supermarktdose lesen: «Fleisch- und tierische Nebenprodukte (Lamm mind. 4%)». Das beruhigt uns. Immerhin ist wenigstens 4% Lammfleisch drin. Das ist ein grosser Irrtum! Diese Inhaltsangabe besagt lediglich, dass von den 100% in der Dose 4% vom Lamm kommen. Das kann zwar Lammfleisch sein, aber ebenso gut Lammdärme, Lammhirn oder Lammmuskelgewebe. Zu den übrigen 96% Anteil in der Dose gibt es keinerlei Angaben. Weder darüber, ob Fleisch verwendet wird, noch darüber, von welchem Tier die Produkte überhaupt stammen. Die Dose kann also z.B. auch 96% Rinderschlachtmüll enthalten, aber dennoch mit «Lamm« deklariert sein!

Im industriellen Hundefutter ist Mais die Hauptquelle für Kohlenhydrate, auch Reis wird viel verwendet. Der grösste Anteil im Tierfutter ist Getreide. Es ersetzt in der Regel auch Fleisch als natürliche Eiweissquelle des Hundes, denn Fleisch ist viel teurer als Getreide. Die Erfahrung zeigt, dass sich der Gesundheitszustand von Hunden verbessert, wenn sie getreidefrei oder zumindest sehr restriktiv mit glutenfreien Getreidesorten gefüttert werden. Dies gilt vor allem für Hunde mit Stoffwechsel- und/oder Gelenkerkrankungen. Zur Gewichtskontrolle trägt eine zurückhaltende Fütterung von Getreide oder die völlige Vermeidung ebenfalls bei, denn die Gewichtskontrolle wird durch die Wahl der richtigen Kohlenhydratquelle beeinflusst. Jede Mahlzeit treibt die Zucker- und Insulin-Konzentration im Blut nach oben. Insulin erleichtert die Einlagerung von Fett ins Gewebe. Zu einem deutlich geringeren Anstieg der Zucker- und Insulinkonzentration führten Untersuchungen zufolge Hirse und Gerste als Kohlenhydratquelle, wohingegen Weizen und Mais zu den höchsten Konzentrationen führt. Gute Kohlenhydratquellen sind neben Hirse: Reis, Dinkel, Quinoa, und Süsskartoffel. Soja, Weizen und Mais sind laut wissenschaftlichen Untersuchungen die Hauptauslöser unterschiedlicher Allergien. Ins Futter kommen in den meisten Fällen höchsten die Abfallprodukte dieser Getreidesorten.

Maismehl ist der gemahlene ganze Maiskolben. Gemüse sind gesunde Kohlenhydratquellen; liefern eine moderate Menge Kohlenhydrate und zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe und Pflanzenfasern. Auch Obst ist in geringeren Mengen gesund für den Hund. Achten Sie aber bitte darauf das gewisse Sorten von Gemüse und Früchte für den Hund schädlich sind (http://www.sheltie-welt.de/giftige_lebensmittel.php) Sehr wichtig sind die eingesetzten Konservierungsmittel. Anstatt das Futter durch die üblichen Varianten mit Vitamin C (Ascorbinsäure E300), Vitamin E (Tocopherole E307 – E309), Selen oder anderen weitgehend unbedenklichen Stoffen zu konservieren, verwenden viele Hersteller höchst bedenkliche oder hochgradig giftige und schädliche antioxidantien wie u.a.:

• BHA (E320)
• BHT (E321)
• Propylgallate (E310)
• Octylgallate (E311)
• Dodecylgallat (E312)
• Ethoxyquin

Diese toxischen Antioxidantien werden auf der Verpackung meist in kleiner Schrift am Ende der Inhaltstoffangaben unter dem Begriff «EG-Zusatzstoffe» deklariert. In einigen, auch europäischen Ländern, sind diese Zusatzstoffe wegen ihren Nebenwirkungen verboten. Bei BHT und BHA wurde an Nagern teilweise eine krebsfördernde Wirkung beobachtet. In Tierversuchen traten Veränderungen am Immunsystem, der Schilddrüse und der Leber auf. Beide Stoffe reichern sich im Fettgewebe an, gelangen in den Fötus und sind als Allergieauslöser bekannt. Etoxiquin verursacht Schüttelkrämpfe, Depressionen, Hautirritationen und Leberschäden. Für Lebensmittel ist Etoxiquin nicht zugelassen, da toxische Wirkungen beim Inhalieren, Schlucken und bei Hautkontakt entstehen. Es sammelt sich im Fettgewebe der Leber ab. Etoxiqin ist immer noch ein häufig benutztes Antioxidant für tierisches Fett. Produkte, die zur Verfütterung an Tiere gedacht sind, müssen immer kritisch hinterfragt werden. Wer ist der Hersteller, woher kommen die Rohstoffe, wie stark wurden diese verarbeitet usw. Futter, bei dem enthaltene Nebenerzeugnisse nicht zu 100% offen deklariert werden, muss als minderwertig eingestuft werden.

Quellen:

Artikel Schweizer Hunde Magazin 2/13

http://animal-touch.ch/
http://www.tierisch-gesund.info/
http://www.sheltie-welt.de/giftige_lebensmittel.php
www.akitas.ch
Katzen würden Mäuse kaufen
Hans-Ulrich Grimm
ISBN 978-3-552-06049-4
Hunde würden länger leben, wenn…
Dr. med.vet. Jutta Ziegler
ISBN 978-3-86882-234-2